Sodala.
Ich hab die Tage einen Auftrag für einen DSL-Anschluss bei Alice (HanseNet) erteilt.
Vorgeschichte:
Ich bezog eine Wohnung in Koblenz, urbane Lage. Der Vormieter hatte noch einen aktiven Arcor ISDN-/DSL-Anschluss und ich hab mit Ihm zusammen ein Vertragsübernahmeformular ausgefüllt. Sinn war, das ich seit Einzug ununterbrochen Telefon und Internet hab.
Das war Mitte November. Anfang Dezember zog ich ein.
Das Vertragsfomular ging per Fax zu Arcor.
Dezember:
Ich wartete auf ein Schreiben von Arcor. Zwei Wochen. Nix.
Dann rief ich vor Weihnachen mal da an und das Mädel im Callcenter war offenbar auf meiner Wellenlänge. Es wurde viel Gelacht.
Die Schlechte Nachricht war, das man ein Vertragsübernahmeformular nicht finden konnte.
Ich fragte mal nach, ob ich denn mal die Verbindungsdaten für den DSL-Anschluss bekommen könnte. Mit den Kundendaten meines Vormieters als Legitimation bekam ich dann per Telefon Zugangskennung und Passwort.
Eine Vertragsübernahme könnte manchmal dauern, hiess es noch. Das kann bis Januar brauchen.
Dann Weihnachtete es.
Anfang Januar:
Meinem Vormieter überwies ich die Kosten für den Arcor-Anschluss. Er wunderte sich, das Arcor noch bei ihm abbuchte. Ich sagte, ich würde da mal nachhaken.
In Koblenz gibt es mehrere Ladenlokale mit grossen Arcor-Leuchtanzeigen über der Tür.
Das sind nicht etwa offizielle Niederlassungen sondern schlicht Reseller die von der Provision leben. Bei einem in der Nähe war ich mal und der wollte mir lieber einen Neuvertrag anbieten. Der Alte vom Vormieter sei teurer und so könnte ich sparen.
Ich ergänzte, das der Vormieter sogar einen ISDN Komfortanschluss mit 3 Rufnummern laufen hatte, was extra kostet. (Ich bewohne eine 1-Zimmer-Whg.) Das sind 38 Euro monatlich.
Ich überlegte mir den Neuvertrag.
Mitte Januar:
Noch nix von Arcor gehört. Da klingelt es an der Tür und ein türkischstämmiger Vieltelefonierer steht vor der Tür. Er würde für Arcor als Vermittler Verträge anbieten und fragt mich, ob ich denn Interesse hätte. Der Mann war mir sympathisch und ich hatte ja Bedarf. Ich erklärte die Situation und beauftragte noch an der Haustür den Anschluss. Keine 10 Minuten später klingelt das Telefon und Arcor fragt nach, ob der Vertragsabschluss denn wirklich mein Wunsch sei.
Da hätte ich dann also einen DSL2000-Anschluss nebst Telefon- und Internet-Flatrate für 30 Euro monatlich.
Ende Januar:
Noch im Glauben das alles reibungslos verläuft, kommt ein Brief von Arcor.
Man würde die Vertragsübernahme ablehnen, da keine eindeutige Bonitätsprüfung möglich war. Ich solle bei der Schufa überprüfen, ob meine vorherige Wohnanschrift korrekt sei.
(Ich war in der Karibik arbeiten und gut 14 Monate nicht in Deutschland gemeldet.)
Das betraf tatsächlich das Fax von November. Naja, war mir egal. Wollte ich eh nicht mehr haben.
Dann Brief Zwei von Arcor, zwei Tage später. Man könne meine Identität nicht verifizieren, blablabla, abgeleht, bei Schufa erkundigen.
Da hatte der fleissige Vieltelefonierer meinen Namen falsch von der Klingel abgeschrieben und mein Nachname begann auf dem zweiten Brief plötzlich mit "P".
Einerseits kein Wunder. Andererseits war der Verweis auf die Schufa zur Abhilfe etwas frustrierend. Erstens war ich mittlerweile wieder in Deutschland gemeldet. Zweitens eröffnete ich im November ein neues Bankkonto und schon deswegen sollte man mich einordnen können.
Vor zwei Tagen:
Ich hakte Arcor ab, auch wenn der zweite Anlauf ja nur ein Tippfehler war. Die Sache sollte ja mal in Dach und Fach.
Onlinevergleich der Anbieter gemacht. Ich schaute mal bei Versatel vorbei. Da schlug aber der Verfügbarkeitsanzeiger aus und meinte, ich könne kein Versatel kriegen. Naja, Pech.
Dann fand ich Alice, das Model mit dem roten Polyesterschal aus dem Fernsehen. Verfügbar war es, die Preise waren günstig und es bot sich mir sogar an, noch mehr zu sparen.
Ich entschied mich zu einem reinen DSL-Anschluss.
Den Telefonanschluss würde Alice für 2 Euro Aufpreis anbieten, das dann allerdings per NGN (Next Generation Network, also VoIP).
Ich bin kein Vieltelefonierer und VoIP kann ich mit meiner vorhandenen Hardware und anderen Anbietern auch nachträglich ermöglichen.
Also DSL ohne Extras. 14,95 bzw. mit Flatrate-Option für 24,95 monatlich.
Wohlgemerkt samt Anschluss.
Für die sogenannte Alice-Box (eine Art Splitter-Modem-Kombination) sollte es noch 9,95 Versand kosten und das war alles.
Anschlussgebühr entfällt (2004 hab ich der Telekom noch 160 Euro für Telefon und DSL zahlen müssen) und die Vertragslaufzeit beträgt 4 Wochen. Bei Arcor waren es noch 24 Monate.
Gestern:
Gestern kam eine SMS, das der Auftrag bearbeitet würde.
Gegenwart:
Heute kamen zwei eMails.
Eine fragte nach den Anschlussdaten meines Vormieters (die ich allerdings beim Auftrag mit angegeben hatte) und die zwei eMail gab mir die Auftragsbestätigung, das es Ende Februar werden würde und nannte mir die Zugangskennung für den Kundenbereich von Alice.
Da stand dann als Bearbeitungsstatus, das die Telekom den Anschluss am 7. Februar schalten würde.
Jetzt bin ich mal gespannt.
Zur Zeit besteht ja noch ein mittlerweile gekündigter Arcor-Anschluss. Damit wird der Telekom-Techniker allerdings wohl weniger Probleme haben als damals der Arcor-Techniker der diesen einrichtete.
Laut meinem Vormieter musste er damals 3 Monate warten, bis Arcor es schaffte DSL einzurichten.
Ach ja, Alice verkauft den DSL-Anschluss für bis zu 16.000 kbit. Die Leitung schafft laut AVM-Box hier nur knapp 5000 Down, aber 1000 im Upstream. Entweder macht die Telekom es besser, wovon ich in einer Großstadt und 800m entfernt von einer T-Com Hauptniederlassung, ausgehe. Oder ich hab zumindest einen erheblich besseren Upstream bei insgesamt niedrigeren Kosten.
Oder es klappt was nicht.
Ich bin ja so gespannt.
